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Johann Wolfgang von Goethe

Torquato Tasso

Schauspiel in fünf Akten

Schauspiel
Premiere 16.09.2007
Spielstätte
Weitere Termine werden in Kürze bekannt gegeben

Stückinfo

Im Garten des Lustschlosses Belriguardo überreicht der Dichter Torquato Tasso seinem Mäzen Herzog Alphons II. in Gegenwart von dessen Schwester, Prinzessin Leonore von Este, und Leonore Sanvitale, einer Freundin des Hauses, sein neues Werk. Die Prinzessin ehrt Tasso mit dem Lorbeerkranz, doch dieser weist diese Auszeichnung zurück, weil er sich einer solchen Ehrung für unwürdig hält.
Die kunstsinnige Idylle wird durch die Ankunft Antonio Montecatinos gestört. Als Repräsentant der politischen Realitäten, der sich von Anfang an der Kunst gegenüber skeptisch äußert, betrachtet Tasso ihn als seinen Widersacher. Trotzdem bietet Tasso ihm die Freundschaft an, doch Antonio verhält sich gezielt herablassend und verletzend. Es kommt zum heftigen Streit. Schließlich verbannt der Herzog den jungen Dichter auf sein Zimmer. Das Schloss wird jetzt für Tasso gleichsam zum Gefängnis.
In der Hoffnung, Tasso werde ihr nach Florenz folgen, emp- fiehlt Leonore Sanvitale dem Dichter, Ferrara zu verlassen. Tasso sieht sich durch den Vorschlag Leonores jedoch zu der Annahme verleitet, man wolle ihn auf elegante Weise los- werden. Sein ohnehin latent vorhandener Verfolgungswahn gewinnt die Oberhand, er isoliert sich von seiner Umgebung.

Das erste reine Künstlerdrama der Weltliteratur veranschau- licht präzise wie kein anderes Stück die prekäre Situation der Kunst. „Die Disproportion des Talents mit dem Leben“ nannte Goethe den eigentlichen Sinn dieses Dramas und brachte damit auf den Punkt, was ihn als Künstler selbst beschäftigte: Wie lassen sich Handeln und Sprechen, Tat und Kunst miteinander in Einklang bringen? Kann ein Künstler in all seinen sozialen Zwängen und Abhängigkeiten überhaupt existieren?
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