fakeimg
foyer_2.jpg
Wilhelm Kienzl

Das Testament

Musikalische Komödie in zwei Aufzügen
Libretto vom Komponisten nach Motiven von Peter Rosegger

Oper
Premiere 03.12.2006
Spielstätte
Weitere Termine werden in Kürze bekannt gegeben

Stückinfo

Bürgermeister Holzer hat vor, seine vielen Freunde als Erben einzusetzen. Er lässt sich jedoch von zwei Bekannten, die ihn von seiner Gutgläubigkeit heilen wollen, zu einer Wette hinreißen: Nach seinem fingierten Tod soll er aus einem Versteck beobachten, wie seine Freunde auf die Eröffnung des Testaments reagieren. Es soll so getan werden, als ob er seine Ersparnisse dem Staat vermachen will. Er verliert seine Wette, sollten die Freunde wider Erwarten kein angemessenes Verständnis zeigen. Nach dem Leichenschmaus und allerlei steirischen Bräuchen, die die Stimmung der Möchtegern-Erben merklich lockern, verliest der Notar den letzten Willen. Blankes Entsetzen macht sich breit und bald auch unverhohlene Wut auf den Verblichenen. Holzer kommt aus seinem Versteck hervor, vertreibt die Heuchler und bricht dann enttäuscht zusammen. Er ringt sich dazu durch, sein Vermögen seiner Nichte und ihrem Angebeteten zu vermachen. Eigentlich hatte er selbst ein Auge auf sie geworfen, aber er verzichtet großmütig und zieht sich aufs Altenteil zurück.

Was außer ihm nur noch den Komponisten von Hänsel und Gretel und Tiefland, Humperdinck und D’Albert, gelang, das erreichte der gebürtige Oberösterreicher Wilhelm Kienzl (1857 - 1941). Vor allem mit Der Evangelimann hatte er in der ansonsten unergiebigen Zeit zwischen Wagner und Strauss einen Dauererfolg gelandet, der lange ein echtes Repertoirestück war.
Das Landestheater Linz eröffnet jetzt, kurz vor dem 150. Geburtstag des Komponisten, Kienzls Testament. Die Uraufführung der „musikalischen Komödie“ an der Volksoper Wien im Kriegsjahr 1916 und die rasch folgenden Inszenierungen an anderen österreichischen und deutschen Theatern waren echte Erfolge. Der Erste Weltkrieg verhinderte jedoch, dass die Oper sich halten konnte.
Handlung und Musik des Testaments zeigen die Stärken Kienzls, der als Schöpfer einer österreichischen Volksoper gilt: Nach Motiven von Peter Rosegger, mit dem er eng befreundet war, dichtete und komponierte er eine Komische Oper, die steirisches Lokalkolorit und volkstümliche Gesänge mit der Ausdruckskraft des von ihm verehrten Richard Wagner verbindet.
<