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Karl Millöcker

Der Bettelstudent

Operette in drei Akten
Libretto von Friedrich Zell und Richard Genée

Operette
Premiere 14.10.2006
Spielstätte
Weitere Termine werden in Kürze bekannt gegeben

Stückinfo

Oberst Ollendorf, sächsischer Gouverneur in Krakau zur Zeit der Herrschaft Augusts des Starken, ist erbost. Er hat bei einem Ball die schöne Laura, Tochter der Gräfin Nowalska, „nur auf die Schulter geküsst“ und dafür einen Schlag mit dem Fächer bekommen. Für die, wie er findet, furchtbare Kränkung will er sich rächen. Er setzt den armen Studenten Symon in der Rolle eines schwerreichen Fürsten als Heiratskandidaten auf Laura an. Nach der hoffentlich bald stattfindenden Hochzeit soll die Maskerade auffliegen und die ganze Familie zum Gespött werden. Die Sache geht zunächst glatt, obwohl Symon sich nicht weniger in Laura verliebt, als sich diese in ihn. Es kommt zu der von Ollendorf erhofften Bloßstellung Lauras, als man Symon als Bettelstudenten decouvriert. Ollendorf hat aber nicht damit gerechnet, dass er mit seiner Intrige den polnischen Widerstand gegen die Sachsen unterstützt. Denn jetzt tritt Jan Janicki, der zweite „Bettelstudent“, in Aktion und startet seinerseits eine Intrige. Er war bisher als Symons vermeintlicher Privatsekretär mit von der Partie, ist aber eigentlich polnischer Offizier und Anhänger des verdrängten polnischen Königs. Dass sich am Ende die Paare finden, gehört zu einer guten Operette, dass aber Unterdrückte ihren Besatzer durch List und Liebe abschütteln können, das zeigt nur Der Bettelstudent.

Die Operettenprofis Zell und Genée haben für den Bettelstudenten in bewährterWeise französische Lustspiele in den Kochtopf geworfen. Die Idee, Liebe und Politik miteinander zu verbinden, war jedoch ihre eigene Zutat. Zu dem ausgezeichneten Textbuch schrieb Karl Millöcker eine Musik, die ihre Ohrwürmer ganz aus der Situation und dem Wortwitz hervorlockt. Kein Wunder also, dass Der Bettelstudent bei der Uraufführung 1882 so umjubelt wurde, dass er am Theater an der Wien zwei Monate hindurch jeden Abend gespielt werden konnte. Dank des Ertrags konnte Millöcker fortan als freier Komponist arbeiten. Mit Gasparone landete er 1884 einen weiteren Welterfolg.
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