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Michel Vinaver

Flug in die Anden

Stück in sieben Stücken
Deutsch von Jürg Laederach

Schauspiel
Österreichische Erstaufführung 28.04.2007
Spielstätte
Weitere Termine werden in Kürze bekannt gegeben

Stückinfo

Ein Privatjet stürzt bei einem Unwetter in den Anden ab. An Bord die Führungsspitze eines amerikanischen Unternehmens nebst Angehörigen, die sich auf Geschäftsreise durch Lateinamerika befanden. Einige von ihnen überleben den Absturz. In eisiger Kälte auf 4000 Metern Höhe, ohne ausreichend Proviant, scheint die Lage jedoch aussichtslos. Eigene Rettungsversuche schlagen fehl und scheitern an der zunehmenden Schwäche, aber auch an der Unfähigkeit, die etablierte Firmenhierarchie aufzugeben. Auf einmal wird es notwendig, gemeinsam für das Überleben zu kämpfen.
Aber was genau passiert mit Menschen, denen auf einen Schlag alle Sicherheit und jegliche Struktur genommen wird? Wie reagieren diejenigen, die gewohnt sind, Macht und Entscheidungsfreiheit zu haben? Was gibt ihnen Halt? Wie verändert sich ihr Blick auf das Leben? Während einige an der Ordnung des Alltags festhalten, durchlaufen andere einschneidende Veränderungen. So sinniert Bob Lamb, der Präsident des Unternehmens, weiterhin über akute firmenpolitische Entscheidungen und beansprucht für sich die Verwaltung des viel zu dürftigen Proviants. Nan hingegen, die mitgereiste Tochter eines der Vizepräsidenten, der sofort beim Absturz starb, erzählt, wie sie früher immer das Gefühl hatte, ihr Vater habe sie psychisch „auffressen“ wollen. Nun ist sie es, die versucht, sich selbst und die Anderen davon zu überzeugen, dass ihr Vater es gutgeheißen hätte, wenn sie sich, um zu überleben, von den Toten ernähren würden.

Vinaver schildert einen Überlebenskampf subtil und präzise, ohne dabei voyeuristisch zu werden. Es sind vor allem die kleinen Gesten und Zwischentöne, die die eigentliche Tragik der Figuren offenbaren.

Michel Vinaver war von 1953 bis 1980 Manager des internationalen Großunternehmens Gillette. Während dieser Zeit schrieb er mehr als 15 Theaterstücke, die in ganz Europa gespielt werden. Seine Dramen erforschen vorwiegend das kapitalistische Alltagsleben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
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